Tipps zum erfolgreichen Vokabellernen

Wer Deutsch – oder irgendeine andere Sprache – als Fremdsprache lernt, kommt ums Vokabeln lernen nicht herum. Wörter sind neben der Grammatik die Grundlage einer Sprache, und wer Deutsch gut verstehen und sprechen will, muss den deutschen Wortschatz gut beherrschen – je mehr, desto besser. Manchen fällt das Lernen und Behalten neuer Wörter leicht, während andere große Mühe damit haben. Erfolgreiches Vokabellernen ist jedoch in hohem Maße eine Frage der richtigen Technik – und weniger abhängig vom „Sprachtalent“. Um Lerntechniken richtig einzusetzen, lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen, wie Lernen überhaupt funktioniert.

Das Einmaleins des Lernens

Lernen ist eine kreative Leistung unseres Gedächtnisses, bei der Information gespeichert und abrufbar gemacht wird. Dazu wird die neu aufgenommene Information vom Gehirn verarbeitet und mit vorhandener Information verknüpft. So wie das Gehirn ein Netzwerk miteinander kommunizierender Nervenzellen ist, ist auch die darin gespeicherte Information ein Netz, dessen Elemente miteinander kommunizieren.

Weil dieser Prozess aber Energie benötigt und unser Körper den Energieverbrauch stets optimal an den Bedarf anpasst, gelangt Information, die nur einmal und dann nicht erneut verwendet wird, nur ins Kurzzeitgedächtnis und wird dann wieder gelöscht. Will man deutsche Vokabeln also langfristig im Gedächtnis behalten, muss man also das erste Prinzip des Lernens beachten, und das ist die regelmäßige Wiederholung, am besten in wiederkehrenden Zeitabständen.

Ein bewährtes Hilfsmittel hierfür ist der berühmte Karteikasten: Der Lernende schreibt die neue Vokabel auf eine Karteikarte, die Übersetzung in die Muttersprache auf die Rückseite, prägt sie sich ein und legt sie im vordersten Fach ab. Beherrscht er die Vokabel, wandert das Kärtchen ins zweite Fach dahinter. Diese Wörter werden alle zwei Tage wiederholt. Beherrscht man die Wörter auch dann, wandern sie ins dritte Fach dahinter, wo sie dann alle vier bis fünf Tage wiederholt werden, usw. Elektronische Vokabeltrainer ahmen diesen Rhythmus nach, indem sie Lernenden neue Vokabeln in regelmäßig wiederholten Abständen vorlegen.

Für eine Unterhaltung oder das Schreiben eines Briefes in deutscher Sprache sind die richtigen Vokabeln wichtig. Deshalb ist beim Erlernen der Vokabeln besondere Sorgfalt gefragt. Das beinhaltet auch ein ständiges Lernen und den Willen, sich die Sprache und die Vokabeln so näherzubringen, dass sie immer gleich abrufbar sind.

Vokabeln zum Lernen können auch mit Kreide auf die Straße geschrieben werden
Wie merken wir uns Vokabeln? Es gibt eine Reihe von Tricks, die dabei helfen, sich neue Wörter schneller einzuprägen.

Schneller, besser, mehr Vokabeln lernen

Wie aber finden die Wörter überhaupt erst Eingang ins Gedächtnis? Und wie kann man sie sich schneller, besser und am besten noch in größeren Mengen merken?

Lernen ist ein kreativer Prozess und wer Vokabeln einfach nur „paukt“, indem er sie ständig wiederholt, muss viel mehr Aufwand betreiben und hat eine viel geringere Merkquote als jemand, der mit kreativen Techniken lernt. Weil jeder Mensch anders lernt, gibt es keine goldene Regel, die für alle gilt. Manche Menschen lernen mehr über das Sehen, andere mehr über das Hören, wieder andere kombinieren diese Sinne oder setzen noch andere ein – wichtig ist in jedem Fall, dass das Lernen ein kreativer Prozess ist, der die Sinne nutzt.

Wichtig ist noch ein zweiter Punkt: Das Gedächtnis verknüpft Information miteinander. Und genau dies ist der Schlüssel zum effektiven Vokabellernen: das kreative Verknüpfen. Nachfolgend stellen wir Techniken vor, wie man neue Wörter kreativ mit vorhandenem Wissen verknüpfen kann, um sich Vokabeln schneller und auf Dauer einzuprägen.

Vokabeln lernen – die leichteste Methode suchen

Für die sehr schwierige Aufgabe des Vokabellernens ist es wichtig, eine Methode zu suchen, die das Lernen vereinfacht. Außerdem sollte sie dazu beitragen, dass die Vokabeln so erlernt werden, dass sie immer wieder ganz schnell und zum richtigen Zeitpunkt abrufbar anwendbar sind. So ist die regelmäßige Wiederholung der erlernten Vokabeln eine gute Voraussetzung, die Sprache Deutsch zu lernen. Gespräche mit Muttersprachlern haben den Vorteil, dass bestimmte Vokabeln auch im Sprachgebrauch eines Deutschen gehört werden können.

Haben Sie keine Scheu die gelernten Vokabeln immer wieder anzuwenden. Selbst wenn Sie sich in dem einen oder anderen Fall vielleicht nicht so sicher über die Bedeutung der Worte sind. Nur so kann schnell Sicherheit in der Anwendung entstehen und Sie lernen dabei noch andere gute Vokabeln, die in der deutschen Kommunikation wichtig sind.

Vokabeln lernen – die Wiederholung und stetige Anwendung ist wichtig

Schon beim regelmäßigen Hören, Sprechen und Schreiben wird der Lernende bald sehr sicher sein. Natürlich kann die Bedeutung vieler Worte am Anfang sehr verwirren. Von Vorteil ist es, sich die Bedeutung dann bildhaft nahzubringen. Gerade im Internet gibt es Bilderrätsel, die beim Erlernen von Vokabeln weiterhelfen können. Eselsbrücken machen Spaß und lassen zu, dass Vokabeln schneller einen Sinn ergeben und im Gedächtnis bleiben.

Schüler und Studenten lernen Deutsch und die dazu gehörigen Vokabeln gerne mit dem Erstellen eines hilfreichen Karteikastens. So ist auf jeder Karte ein bestimmtes Wort zu finden. Beim Durchschauen werden dann alle Vokabeln immer wieder ins Gedächtnis zurückgerufen. So bleibt der Geist stets in Übung und vergisst keine Vokabel.

Vokabeln lernen – nicht nur Theorie beim Lernen

Nichts ist schlimmer, als wenn man sich bei den Vokabeln nicht vorstellen kann, welchen Sinn die Wörter haben. Eindeutige Beispiele können helfen. Nur so ist eine exakte Vorstellung des Wortsinns vorhanden, ansonsten bleiben es nur Wörter, die in einer Unterhaltung nicht konkret verwendet werden.

Außerdem sollte der Lernende seine Vokabeln in verschiedene Schwierigkeitsgrade einteilen. Dabei sollten natürlich erst immer die leichten Vokabeln beim Lernen den Vorzug haben, weil sie gut verstanden werden und dadurch sehr leicht im Gedächtnis bleiben. Je mehr Vokabeln Sie beherrschen, umso schwieriger können sie werden. Die Fülle an Vokabeln macht das Lernen der Schwierigen leichter, weil man durch einen immer größeren Sprachschatz mehr Sicherheit beim Lernen hat.

Information kreativ verknüpfen – so geht es

Die nachfolgend vorgestellte Methode basiert auf dem Vorgenannten und nennt sich Schlüsselwort-Methode. Sie besteht aus nur zwei einfachen Lernschritten, die auch noch Spaß machen – und das sogar sollen!

Schritt 1: Wir nehmen eine neue Vokabel, z. B. „die Brücke“ (bridge).

Nun assoziiert man ein anderes Wort, das einem dazu einfällt. Weil das Gehirn ähnlich klingende Wörter in Nachbarschaft zueinander abspeichert, fällt einem meist irgendein ähnlich klingendes Wort ein, das aber eine ganz andere Bedeutung hat. Übrigens: das kann auch ein Wort in einer anderen Sprache, also der Muttersprache des Lernenden sein. Das ist sogar sehr hilfreich.
Hier würde sich als Wortassoziation z. B. „die Lücke“ (gap) anbieten.

Schritt 2:

Der Lerner denkt sich ein Bild aus, dass das assoziierte Wort (die Lücke) mit dem neuen Wort (die Brücke) verknüpft. Je humorvoller, absurder und origineller das Bild, desto einprägsamer ist es. Wie wäre es mit einer Brücke über einer Zahnlücke? Oder eine Brücke mit einer großen Lücke?

Statt eines Bildes kann man sich mit derselben Methode auch eine kleine Geschichte ausdenken, um sich das Wort einzuprägen. Baut man die Geschichte mit Emotionen, Farben und Gerüchenaus, merkt man sich die Vokabel umso besser.

Beherrscht man diese Methode, ist man bereits auf dem Weg zum Gedächtniskünstler. Nun muss das kreative Bild nur noch regelmäßig wiederholt werden. Und hier greifen wir wieder zum altgedienten Karteikasten.